Sommergespräch des ImmobilienSektors Leistbares Wohnen und einfachere Rahmenbedingungen im Fokus

Foto: ZT Kammer
Am 12. August 2026 lud der ImmobilienSektor Steiermark zu seinem alljährlichen Sommergespräch ins Baustöckl in Gamlitz. Wohnbaulandesrätin Simone Schmiedtbauer, Rainer Wührer, Präsident der ZT Kammer, Andreas Kern, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKO Steiermark, Rudolf Leitner von der Landesinnung Bau sowie Martin Lux, Präsident der Notariatskammer für Steiermark, diskutierten vor geladenen Medienvertreter über aktuelle Herausforderungen, die Zukunft der Branche und notwendige Veränderungen bei den Rahmenbedingungen für Planen, Bauen und Wohnen.
Landesrätin Simone Schmiedtbauer stellte insbesondere die Leistbarkeit von Wohnraum in den Mittelpunkt. Gerade jungen Menschen müssten wieder Perspektiven eröffnet werden, sich Wohnraum und Eigentum schaffen zu können. Eigentum sei dabei auch eine wichtige Absicherung für das Alter. Unterstützt werden soll dies durch die verschiedenen Fördermodelle des Landes – von der Eigenheimförderung über die Sanierung bis zur thermischen Sanierung bestehender Gebäude. Gleichzeitig sprach sich Schmiedtbauer für eine Vereinfachung der politischen Zuständigkeiten im Bereich Bauen und Wohnen aus.
Rainer Wührer knüpfte daran mit einer klaren Forderung nach echter Entbürokratisierung und einer Entrümpelung der bestehenden Regelwerke an. „Normen schaukeln sich oft gegenseitig auf. Man muss das Ziel im Auge behalten, aber den Weg dorthin einfacher gestalten.“ Regelwerke sollten sich künftig stärker auf die Formulierung von Zielsetzungen konzentrieren und weniger konkrete Maßnahmen vorschreiben. Damit könne wieder mehr Spielraum für fachlich fundierte und projektspezifische Lösungen geschaffen werden.
Einen wesentlichen Hebel sieht Wührer zudem in der Digitalisierung der Bauverfahren. Diese müsse weiter vorangetrieben werden und könne wesentlich dazu beitragen, Verfahren einfacher, transparenter und effizienter zu gestalten.
Auch Bauen und Sanieren im Bestand sowie Möglichkeiten zur Beschleunigung von Verfahren waren zentrale Themen der Diskussion. Von mehreren Diskutant:innen wurde dabei auch die stärkere Einbindung externer Expert:innen angesprochen: Behörden können Ziviltechniker:innen etwa als nichtamtliche Sachverständige beiziehen und damit vorhandene fachliche Expertise nutzen, Behörden entlasten und Verfahren beschleunigen. Andreas Kern verwies auf die weiterhin schwierige Situation im Neubau und plädierte dafür, den Fokus stärker auf den Bestand zu richten. Rudolf Leitner sprach sich insbesondere bei Sanierung und Revitalisierung für raschere Verfahren aus. Martin Lux betonte die Chancen der Digitalisierung, zugleich aber auch die Bedeutung persönlicher Beratung und einer engen Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen.
Das Sommergespräch des ImmobilienSektors Steiermark findet jährlich statt und dient insbesondere dem Austausch mit Vertreter:innen der steirischen Medien über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsfragen der Bau- und Immobilienbranche.

